Nicole Führing
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Nicole Führing, Autorin des Beitrags

Von Nicole Führing

Unternehmensberaterin, Coach & Trainerin

Case Study: Wie eine Trainerin mit BAFA-Beratung Website und Vertrieb neu aufgestellt hat

Case Studies

Wie eine Trainerin mit 4 BAFA-geförderten Beratungstagen Website, Preise und Vertrieb neu aufgestellt hat, inklusive Kosten und Eigenanteil.

Eine Einzelunternehmerin aus der Erwachsenenbildung kam im Sommer 2026 mit einem klaren Anliegen zu mir. Ihre neue Trainerausbildung sollte im Januar starten, und ihre Website erzählte davon so gut wie nichts. In vier Beratungstagen, gefördert über das BAFADas Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, das unter anderem geförderte Unternehmensberatungen verwaltet.-Programm "Förderung von Unternehmensberatungen für KMUKleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten sowie begrenztem Jahresumsatz oder begrenzter Bilanzsumme.", haben wir ihre Außendarstellung, ihre Preise und ihren Vertrieb neu sortiert. Anonymisiert zeige ich Dir hier, wie das abgelaufen ist und was dabei herausgekommen ist.

Die Ausgangslage

Die Unternehmerin arbeitet seit vielen Jahren als Trainerin, Coach und Ausbilderin. Ihr Angebot ist mit der Zeit gewachsen: mehrwöchige Trainings für Einzelpersonen, Workshops und Vorträge für Gruppen und Unternehmen, Einzelcoaching, eine Beratung für Unternehmen und neu eine eigene Ausbildung, mit der sie andere Trainer:innen qualifiziert. Gerade diese Ausbildung sollte künftig einen großen Teil ihres Umsatzes tragen.

Auf der Website war davon wenig zu sehen. Die Ausbildung tauchte nur als kurzer Hinweis auf einer allgemeinen Seite auf. Privatpersonen und Unternehmen bekamen dieselben, recht allgemein gehaltenen Texte. Preise fehlten oder standen je nach Seite unterschiedlich da. Ein zentrales Kontaktformular gab es nicht, und für Unternehmen existierten zwei Unterseiten, die sich inhaltlich überschnitten.

Ihr Ziel war konkret: sechs verbindliche Anmeldungen zur Ausbildung bis zum Ende der Frühbucherfrist im Oktober.

Das Vorgehen

Wir haben die vier Beratungstage auf 16 Termine zu je zwei Stunden verteilt, von Ende Juli bis Anfang Oktober. Jeder Termin hatte einen festen Themenblock. Ich habe Strukturvorschläge, Konzepte und Formulierungsbeispiele vorbereitet. Die Unternehmerin hat sie geprüft, an ihre eigene Stimme angepasst und selbst umgesetzt. Offene Fragen haben wir gesammelt, sie hat entschieden, und im nächsten Termin haben wir das Ergebnis gemeinsam abgestimmt.

Genau so ist die BAFA-Förderung auch gedacht. Gefördert wird die Beratung, die Umsetzung liegt beim Unternehmen.

Eine Website für zwei Zielgruppen

Wir haben eine neue Seitenstruktur entwickelt, die Angebote für Privatpersonen und für Unternehmen klar voneinander trennt. Die doppelten Unternehmensseiten werden zu jeweils einer Seite pro Thema zusammengeführt. Statt mehrerer Kontaktwege gibt es künftig ein zentrales Formular mit Themenauswahl. So sieht sie bei jeder Anfrage sofort, worum es geht, und kann später auswerten, welche Angebote am häufigsten nachgefragt werden.

Die Ausbildung bekommt eine eigene Seite

Für die Ausbildung entstand eine eigene Seite mit Start, Ort und Preis direkt im ersten sichtbaren Bereich. Dazu kommen Stimmen aus der Zielgruppe, ein Abschnitt, der bei der Entscheidung hilft, eine Einordnung gegenüber verwandten Ausbildungen, eine transparente Preisdarstellung mit Frühbucherkonditionen und ein FAQ-Block mit 16 Fragen.

Vorhandenes Vertrauen sichtbar machen

Die Unternehmerin hatte bereits Fachartikel veröffentlicht, Erfahrungsberichte von Teilnehmenden gesammelt und war in einem Podcast zu Gast. Auf der Website stand davon nichts. Wir haben festgelegt, welche Zitate wo stehen, und einen eigenen Bereich für Presse und Fachbeiträge eingeplant. Logos von Kooperationspartnern bekommen einen gemeinsamen Abschnitt in einheitlicher Größe.

Preise, die zur Qualifikation passen

Ihre Tagessätze für Unternehmenstrainings lagen deutlich unter dem, was für ihre seltene Qualifikation am Markt üblich ist. Wir haben sie mit marktüblichen Sätzen verglichen, und die Empfehlung lautete, sie spürbar anzuheben. Für neue Kooperationen gilt ab jetzt: erst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchrechnen, dann zusagen. Auf der Unternehmensseite stehen die Preise auf Anfrage, für Privatkund:innen bleiben sie offen sichtbar.

Pitch, LinkedIn und Podcast

Wir haben ein Pitch-Gerüst mit festem Kern entwickelt, dessen Einstieg sich an die jeweilige Zielgruppe anpasst. Nach demselben Prinzip entstand ein neuer LinkedIn-Profiltext. Die Social-Media-Frequenz hat sie auf einen bewusst gesetzten Beitrag pro Woche reduziert. Dazu kam das Konzept für einen eigenen Podcast im Zwei-Wochen-Rhythmus, der mit Website, Newsletter und LinkedIn verzahnt ist.

Akquise und Aufträge absichern

Zwei Situationen aus dem Alltag haben wir direkt mitbearbeitet. Bei Kontakten ohne echtes Interesse lautet die Empfehlung, früh eine klare Entscheidung herbeizuführen und die eigene Zeit auf aussichtsreiche Gespräche zu konzentrieren. Nach einer kurzfristigen Auftragsabsage hat sie ihre Abläufe angepasst: Nach jeder Terminvereinbarung geht künftig zeitnah eine schriftliche Auftragsbestätigung raus.

Der Wendepunkt

Am vierten Beratungstag haben wir die Sichtbarkeit ihrer Website mit einem SEO-Analyse-Tool ausgewertet. Der Bericht hat bestätigt, was die Zahlen vom Beratungsbeginn schon angedeutet hatten. Die Website stand im Schnitt auf Position 14,6 bei Google und brachte in 28 Tagen rund 30 Klicks. Fast alle kamen von Menschen, die bereits nach ihrem Namen gesucht hatten. Wer nach den Themen ihres Angebots suchte, fand sie kaum.

Damit war klar, warum neue Kund:innen so selten von selbst kamen. Diese Erkenntnis hat ihre Entscheidung gestärkt, sich auf die Ausbildung und auf Unternehmenskund:innen zu konzentrieren und das breite Trainingsangebot für Einzelpersonen zu verkleinern. Für die Sichtbarkeit haben wir einen einfachen Weg festgelegt: gezielte Blogartikel zu einzelnen FAQ-Fragen der Ausbildungsseite, die intern auf diese Seite verlinken, dazu regelmäßige kleine Aktualisierungen, bis der Relaunch abgeschlossen ist.

Das Ergebnis

Am Ende der Beratung stand eine vollständige Neukonzeption der Website mit Seitenstruktur und Formulierungsvorschlägen für jede Unterseite. Die Umsetzung übernimmt die Unternehmerin mit ihrem Team selbst, unterstützt durch Video-Anleitungen für den technischen Aufbau. Ihr Angebot ist jetzt klar auf zwei Schwerpunkte ausgerichtet, ihre Preise für Unternehmen haben eine neue Grundlage, und sie hat einen Handlungsplan mit rund 30 konkreten Aufgaben, die sie Schritt für Schritt abarbeitet.

Die Ausgangswerte bei Google sind festgehalten. Damit lässt sich in den nächsten Monaten messen, was die Umsetzung bewirkt.

Was hat die Beratung gekostet?

Vier Beratungstage à 700 € netto, insgesamt 2.800 € netto. Das Unternehmen sitzt in den alten Bundesländern. Dort übernimmt das BAFA 50 % der förderfähigen Beratungskosten, ihr Eigenanteil lag also bei 1.400 € netto. In den neuen Bundesländern und in Berlin sind bis zu 80 % Zuschuss möglich.

Die Rechnungen zahlt das Unternehmen zunächst vollständig. Danach reicht es den Verwendungsnachweis mit dem Beratungsbericht und den Zahlungsbelegen ein, und der Zuschuss wird ausgezahlt.

Für künftige Anträge ab dem 1. Januar 2027 wird der Nachweis einfacher: Als Zahlungsnachweis genügt für Anträge ab 2027 auch eine Umsatzanzeige aus dem Onlinebanking mit Zahlungsempfänger, Rechnungsdaten und Wertstellungsdatum. Bei Prüfungen kann trotzdem ein bankenüblicher Kontoauszug angefordert werden. Für Anträge ab dem 1. Januar 2027 unterschreibt das Unternehmen nur noch das Verwendungsnachweisformular; Unternehmen und Beraterin unterschreiben den Beratungsbericht. Die KMU-Erklärung, die De-minimis-Erklärung und die Erklärung zur Charta der Grundrechte sind Teil des Verwendungsnachweisformulars. Für Anträge bis zum 31. Dezember 2026 gelten die bisherigen Unterlagenanforderungen.

Fazit

Diese Beratung hat gezeigt, wie viel sich in vier Tagen bewegen lässt, wenn Website, Preise und Vertrieb zusammen auf den Tisch kommen. Die Unternehmerin hatte alles, was sie brauchte: ein gefragtes Angebot, eine seltene Qualifikation und zufriedene Teilnehmende. Es fehlte die Struktur, die das nach außen sichtbar macht.

Die Förderrichtlinie wurde verlängert und gilt für Verwendungsnachweise, die bis zum 31. Dezember 2028 eingereicht werden. Für Anträge bis zum 31. Dezember 2026 gelten die bisherigen Regeln; für Anträge ab dem 1. Januar 2027 die Änderungen. Wenn Du Dein Angebot, Deine Website oder Deinen Vertrieb neu aufstellen möchtest, kannst Du das als geförderte Beratung angehen. Mehr zur BAFA-geförderten Unternehmensberatung

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